Das 10. firmm®-Treffen

Sonntag, 27. Januar 2008 21:27

Gestern fand das 10. firmm-Treffen statt. Rund 250 BesucherInnen, VolontärInnen, MitarbeiterInnen Freunde und Interessierte sind der Einladung ins Kongresshaus nach Aarau gefolgt. Katharina begrüsste alle in ihrer gewohnt herzlichen Art und stellte das Abendprogramm vor. Stiftungsrat Prof. David Senn würde von seiner Transatlantiküberquerung mit einem Solarboot berichten. Der Meeresbiologe Michael Casanova einen Vortrag zu den Pottwalen halten und zum Schluss ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm von Daniele Grieco über firmm und die Wale und Delfine in Tarifa zu sehen sein.

Den Anfang machte Katharina aber mit einer Rückschau auf 10 Jahre firmm. Sie berichtete über die schwierigen Anfänge, die sie als Ausländerin in diesem Macho-Land zu bewältigten hatten. Die schleppende Bürokratie, die Missgunst der ansässigen Bewohner in Tarifa. Aber sie konnte auch über den Erfolg berichten, den ihr der Durchhaltewille schliesslich beschert hat. Die vielen tausend Menschen, die durch die Ausfahrten, durch Vorträge und Exkursionen für den Schutz der Wale und Delfine in der Strasse von Gibraltar sensibilisiert werden konnten.

vortraege

Vom ersten Zodiak

C1 Belluga

bis zum neuen, 60 Personen fassenden Boot, das der Stiftung ab kommendem Frühjahr zur Verfügung stehen wird, ist viel Zeit vergangen.

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Tarifa hat sich verändert und ist weiter dabei sich zu verändern. Ein riesiger Hafen soll entstehen, der einen Grossteil der Felsenküste einnehmen wird.

Felsen Hafen Tarifa

Der alte Hafen wurde ebenfalls umgebaut. Erfreulich ist hier, dass es der Stiftung gelang ein Bürolokal direkt an der Hafenanlage zu mieten.

Hafenlokal-branded

Die Arbeit der Stiftung firmm könnte nicht geleistet werden, wenn nicht viele Volontäre sich für sie einsetzen würden. Katharina stellte sie vor und dankte allen für ihren Einsatz.

Charlas

Meeresbiologe Michael Casanova wusste Erfreuliches über die Pottwale zu erzählen.

Pottwal-Vortrag

Im vergangenen Jahr wurden soviele gesichtet wie nie zuvor. Alleine im Juni sind 81 Sichtungen gemacht worden. Und am 8. Juli wurde sogar eine Paarung beobachtet. Vielleicht, so Casanova, wird nach der 14-monatigen Tragezeit, im September dieses Jahres ein kleiner Pottwal zu sehen sein. Mit dem zunehmenden Schiffsverkehr in der Strasse von Gibraltar wird der Lebensraum dieser Tiere in den kommenden Jahren einschneidende Veränderungen erleben. Mit seinem Vortrag verabschiedete sich Michael Casanova. Nach zwei Jahren bei firmm, wird er sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen.

Stiftungsrat Prof. David Senn versteht es immer wieder, seine Zuhörer in den Bann zu ziehen. Er berichtete von seiner Atlantiküberquerung in einem mit Solarenergie betriebenen Katamaran, der Sun 21.

sun21

Die Reise ging von Sevilla nach Martinique. Die Mannschaft hatte auf dem 14 Meter langen und 6,4 Meter breiten Boot Stürme zu überstehen, erlebten aber auch die ganze Schönheit des Ozeans. Während die Sun 21 sich mit 100 Seemeilen pro Tag Richtung Südwesten durch die Wellen schob, machte Prof. David Senn seine Untersuchungen am Plankton. Da er wegen des Seegangs seine unter dem Mikroskop liegenden Studienobjekte nicht fotografieren konnte, fertigte er minutiöse Zeichnungen an. Was er aus dem Atlantik fischte, war auch für ihn zum Teil noch unbekannt.

plankton-senn

Mit viel Begeisterung erzählte er von seinen Entdeckungen. Die Fahrt der Sun 21 war erfolgreich. Als erstes Boot, das alleine mit der Kraft von Solarengerie gespeisten Motoren den Atlantik überquerte trafen die Schweizer im Februar 2007 in Martinique ein. Das Interesse der Medien war ihnen gewiss. Und nicht nur das: Die erfolgreiche Crew unter der Leitung vom Gründungsmitglied Dr. Martin Vosseler ist in Berlin mit dem Europäischen Solarpreis 2007 ausgezeichnet worden. Zudem findet ihre Leistung auch Eingang ins Guinessbuch der Rekorde.

Nach der Pause berichtete Katharina über den weiteren Verlauf des Marokko-Projektes. Das vergangene Jahr war zwiespältig. Einerseits stiess das Projekt bei den zuständigen Behörden auf grosses Interesse und Zustimmung. Andererseits ist vieles auch nach zwei Jahren der Planung noch ungewiss.

Erst vor etwas mehr als einer Woche hat sich jedoch eine Wende ergeben. Die ursprünglich für das Dolphin Resort vorgesehene Bucht könnte zusammen mit einem amerikanischen Investor zum Rescue Center der Stiftung firmm werden. Für dieses kleinere Projekt würde das bereits gepachtete Land vollauf genügen. Für das Dolphin Resort hat Katharina eine andere Bucht gefunden, die sie voller Begeisterung dem Publikum vorstellte. Sie liegt etwas weiter ostwärts und bietet alle Voraussetzungen, die für das Projekt notwendig sind. Allerdings teilen sich das Land vier verschiedene marokkanische Besitzer, was voraussichtlich einmal mehr langwierige Verhandlungen verspricht. Trotzdem ist Katharina zuversichtlich, dass am einen oder anderen Ort schon bald mit dem Bau begonnen werden kann.

Schlusspunkt des Abends machte ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm von Daniele Grieco. Er zeigte in spektakulären Bildern den Lebensraum der Wale und Delfine in der Strasse von Gibraltar und die Arbeit der Stiftung firmm. Monatelange Dreharbeiten, unter nicht immer ungefährlichen Bedingungen, haben Grieco und sein Team hinter sich. Entstanden ist das aufrüttelnde Porträt einer Tierwelt, die dringender denn je unsere Hilfe braucht.

So ist einmal mehr ein spannendes und sehr informatives firmm-Treffen zu Ende gegangen.

Text von Yvonne Zollinger

firmm® neu auf youtube

Montag, 21. Januar 2008 12:01

Wir freuen uns, dass wir Ihnen unseren DVD “in der Freiheit” nun neu auch auf dem Internet zeigen können:

http://de.youtube.com/firmm98

Viel Vergnügen!
Katharina Heyer

firmm® geht in die Schule

Mittwoch, 22. August 2007 10:36

Bereits vor der Eröffnung des “Dolphin Resorts” kann firmm® die Möglichkeit nutzen, um marokkanischen Schulkindern die Meeressäuger und deren Lebensraum näher zu bringen und die heranwachsende Generation auf diese Umweltthemen zu sensibilisieren. Im Juni folgte firmm® einem Aufruf des französischen Lyssée Régnault und der Ecole Berchet, die zu einem Vortrag nach Marokko eingeladen hatten. In Begleitung von Dominique Geysen sind wir am 09. Juni mit der ersten Fähre am Morgen nach Tanger gefahren. Dominique unterstützt seit mittlerweilen mehr als 6 Jahren die Arbeit von firmm® als flexibler Volontär, wo und wann immer er gebraucht wird und Zeit findet. Durch seine freiwillige Arbeit an spanischen Schulen konnte er im Laufe der Zeit bereits mehr als 20′000 Kinder auf diese Umweltthemen sensibilisieren und dank seinem Einsatz kamen auch immer wieder Vertreter des Medio Ambiente (spanisches Amt für Umweltschutz) und, damit verbunden, viele Schulklassen auf unser Forschungsboot in Tarifa. Hinzu kommt, dass er als gebürtiger Belgier perfekt französisch spricht, was in Marokko nur von Vorteil sein kann.

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Foto oben: Dominique bei den Vorbereitungen zur Präsentation (Foto: firmm)

Bereits das Morgenprogramm war ein voller Erfolg. 50 Jugendliche im Alter von 16 Jahren und deren Lehrer waren höchst erstaunt und neugierig, als wir ihnen innerhalb von 2 Stunden die 7 Wal- und Delfinarten vorstellten die quasi vor ihrer Haustür leben. Mit einer eindrücklichen Präsentation über die Gefahren und Bedrohungen denen diese Tiere ausgesetzt sind, wurden sie in die Pause entlassen. Nach der Pause stellten wir das Projekt Dolphin Resort vor und schlossen die Präsentation mit einem Auszug aus unserer DVD über eine Bootsfahrt zu den Walen und Delfinen in der Strasse von Gibraltar. Die mannigfaltigen, interessierten und interessanten Fragen im Anschluss hat Dominique brillant beantwortet.

06.07

Foto oben: Katharina erzählt den versammelten Schülern und Lehrkräften viel Wissenswertes über die Strasse von Gibraltar und die Meeressäuger die hier leben (Foto: firmm)

Der kurzen Mittagspause bei einer typischen Tajine (Schmorgericht) folgte ein weiterer Vortrag vor 50 Schülern der Ecole Berchet. Noch nie hatte ich eine derart interessierte Gruppe von 10-jährigen vor mir. Die Kinder haben sich überall eingebracht, wollten alles ganz genau wissen und waren immer wieder von neuem darüber erstaunt, was denn so für Meeressäuger im Ozean vor ihrer Küste leben.

06.07

Foto oben: Dominique beantwortet geduldig und souverän die ganzen Fragen der hochinteressierten Kindern (Foto: firmm)

Es machte sehr viel Spass, diesen Kindern das alles zu zeigen und als am Schluss noch Zeit für Fragen blieb, durchlöcherten sie Dominique regelrecht mit wirklich guten Fragen die sie unbedingt noch beantwortet haben wollten. Sie freuen sich jetzt schon, uns dann im Dolphin Resort zu besuchen. Inshallah!

-Katharina Heyer-

Die Orcas bei den Marokkanern

Mittwoch, 22. August 2007 09:11

Wenn wir in den Sommerwochen zwischen Juli und August jeweils zu den Orcas rausfahren, sind diese natürlich nicht immer bei den spanischen Fischern anzutreffen. Wenn die Thunfische zwischen Juli und August aus ihren Laichgründen im Mittelmeer in den Atlantik zurückwandern sind nicht nur die spanischen Fischer auf dem Meer draussen und hoffen auf fette Beute, sondern auch die Marokkaner, die den Thunfischen nachstellen. So kommt es hin und wieder vor, dass die Orcas, welche man bei den spanischen Fischern vermutet und gesucht hat, sich bei den kleinen Holzbooten auf der marokkanischen Seite der Strasse von Gibraltar aufhalten. Der Thunfischfang ist für die Marokkaner nach wie vor eine enorm anstrengende Angelegenheit. Ohne die technische Ausrüstung ihrer spanischen Berufskollegen, welche über elektrische Winden und teilweise auch über Sonar verfügen, müssen die Marokkaner die bis zu 350kg schweren, wehrhaften Tiere mit blosser Muskelkraft aus Tiefen von bis zu 200 Metern an die Oberfläche ziehen. Es liegt auf der Hand, dass der Fangerfolg bescheidener ist als auf der spanischen Seite. Für die Orcas hingegen scheint es keine Rolle zu spielen von welchen Leinen sie die Thunfische fressen.

08.12.07

08.12.07

Fotos oben: Die Orcas umkreisen die kleinen marokkanischen Fischerboote auf der Suche nach Thunfisch. (Fotos: firmm)

-casi-